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USA Reise

Unsere Reise dauerte 3 Wochen und wir legten etwa 4000 Kilometer zurück. Dabei fuhren wir durch 14 Bundesstaten. Mit diesem Roadtrip habe ich mir einen meiner größten Träume erfüllt. Ich wollte schon so lange nach New York und danke Alex sehr dafür, dass er es die ganze Zeit mit mir ausgehalten hat. Ab und zu war es schon nicht leicht mit dem Rollstuhl ein geeignetes Zimmer zu finden. Er hat trotzdem nie aufgegeben und es war ihm immer wichtig, dass ich zufrieden bin. Also Alex falls du das irgendwann mal lesen solltest, ich danke dir für alles. Es war eine tolle Zeit.


Unsere Reise durch die USA

 

12.03.2012 

Am frühen morgen des 12.03.2012 machten wir uns auf den Weg zum Flughafen Berlin Tegel. Von dort flogen wir erst nach München und dann nach New York. In München gibt es leider keine Ruheräume wie am Frankfurter Flughafen. Die Flughafenmitarbeiter waren aber sehr nett und haben mir für kurze Zeit einen Raum zur Verfügung gestellt.
Am Nachmittag landeten wir, nach einem ruhigen Flug, auf dem John F. Kennedy Flughafen.
Bei der Einreise gab es lange Schlangen. Da ich als Rollstuhlfahrer ein paar Vorteile genießen darf, kamen wir relativ zügig durch die Passkontrolle.
Nun standen wir aber vor der Frage, Taxi oder Bus? Wir entschieden uns für den Bus. Ich bezweifle das dieser in letzter Zeit irgendwie gewartet wurde aber immerhin war die Fahrt nicht so teuer und für Unterhaltung wurde auch gesorgt. Es quietschte an allen Ecken und Enden und der Busfahrer hatte keine Ahnung wie man den Fahrstuhl bedient, mit dem Rollstuhlfahrer in den Bus gehoben wurden. Er war aber sehr nett und hilfsbereit und nach ca. 10 Minuten war ich auch im Bus. Dieser ist übrigens viel günstiger als ein Taxi. Ich glaube wir haben nur 20 Dollar bezahlt. Die Fahrt dauert etwas länger, weil man nach und nach alle Fahrgäste einsammelt und an den Hotels wieder abliefert, aber man kann viel von der Gegend sehen.
Die Fahrt nach Manhattan war schon beeindruckend. Von weitem konnte man die Wolkenkratzer sehen. 



Im
„The Westin New York Grand Central“ (vorher The New York Helmsley) angekommen, mussten wir leider etwas länger auf unser Zimmer warten. Das hat uns aber nichts aus gemacht. Weil die anderen behindertengerechten Zimmer nicht verfügbar waren, bekamen wir kostenlos ein besseres Zimmer in der 22. Etage. Damit kann man doch leben. Um uns die Wartezeit zu verkürzen, gingen wir Pizza essen. Unser erstes New Yorker Essen war sehr lecker. Ich weiß gar nicht mehr wie spät es war aber ich glaube um kurz nach 20 Uhr bezogen wir unser Zimmer. Die Betten waren ein Traum. Besser kann man eigentlich nicht wohnen. An dem Abend sind wir hundemüde ins Bett gefallen. Naja ich musste ganz schön klettern bis ich es in mein Bett geschafft hatte. 



13.03.2012

Nach einer erholsamen Nacht und einem ziemlich guten Frühstück machten wir uns auf den Weg in die Stadt.  Zuerst waren wir beim Times Square. Es ist wirklich atemberaubend wenn man plötzlich an einem Ort ist den man schon so oft im Fernsehen gesehen hat. Man weiß gar nicht wohin man zuerst gucken soll. Wir waren dort auch im Visitor Center, um uns nach kulturellen Veranstaltungen zu informieren. Am Times Square gibt es einen Automaten, an dem man Tickets für Konzerte, Musicals usw. für den selben Tag kaufen kann. Aber nur innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Die Tickets sind meistens billiger. Man sollte sich aber beeilen, denn es gibt immer eine lange Schlange. Im Visitor Center gibt es auch kleine Karten, durch die man in bestimmten Geschäften einen kleinen Rabatt oder ein kleines Geschenk bekommt, wenn man zu einem bestimmten Warenwert einkaufen geht. 



Danach sind wir zum Rockefeller Center gegangen und waren bei
Top of the Rock.
Das ist eine Aussichtsplattform, von wo aus man eine tolle Sicht über New York hat. Es war unglaublich toll. 
Es ist eigentlich egal, ob man auf dem Rockefeller Center steht oder auf dem Empire State Building. Der Blick ist fast der gleiche. Wenn man sich für eins entscheidet, spart man wieder Geld. Wir mussten auch nur wenige Minuten warten. Lange Schlangen gab es nie. 



Durch den Central Park sind wir auch spaziert. Wir waren bei Strawberry Fields. Das ist ein Garten, den Yoko Ono für John Lennon angelegt hat oder hat anlegen lassen. Nicht weit davon entfernt steht das Dakota Building. Hier wurde John Lennon auf offener Straße erschossen. Seine Frau hat hier bis heute eine Wohnung. Es ist ein komisches Gefühl, wenn man weiß, dass ein Mensch dort gestorben ist, wo man gerade steht. 


 

Zurück sind wir mit einem Taxi gefahren. Gegessen haben wir in einer Art Kneipe. Da lief Fußball, Basel gegen Bayern und es gab gutes Essen. Ich fand es sehr nett, dass die Kellnerin uns extra einen rolligerechten Tisch hergerichtet hat. So viel Service hatte ich vorher eher selten erlebt.
Wir hatten tolles Wetter an dem Tag. Es war warm und die Sonne schien. Trotzdem war ich froh, als ich abends endlich in mein schönes Bettchen krabbeln konnte. 

14.03.2012

Den ganzen Vormittag haben wir versucht Basketballtickets für ein Spiel der Yankees zu bekommen. Was im Nachhinein echt naiv ist, denn für so ein Spiel sind die Karten schon lange vorher ausverkauft. Naja,  wir wollten trotzdem unser Glück versuchen und fuhren zum Madison Square Garden. Dort gab es natürlich keine Basketballtickets mehr. Der freundliche Herr am Schalter bot uns aber Karten für ein Eishockeyspiel für den nächsten Tag an, zu einem Preis von ca. 70 Dollar pro Stück. Auf das Angebot gingen wir aber nicht ein, denn wir hatten unsere Hoffnung auf das Basketballspiel noch nicht aufgegeben.
Nach langer Suche mussten wir uns dann leider doch geschlagen geben. 



Am frühen Nachmittag fuhren wir mit der Staten Island Ferry und machten eine Führung durch
Ground Zero mit. Normaler Weise kostet sie glaube ich 10 Dollar, aber wir durften kostenlos hinein. Die Sicherheitsvorkehrungen sind hier sehr streng. Man wird mehrmals kontrolliert. Was aber nicht weiter schlimm ist. Mir gibt es immer das Gefühl von Sicherheit.
Den Moment als ich diese riesengroßen Wasserbecken mit tausenden von Namen sah, werde ich nie vergessen. Man spürt, dass sich an diesem Ort eine Katastrophe abgespielt hat.
Alles ist ganz ruhig. Man hört nur das Rauschen des Wassers in den Becken.
Vereinzelt habe ich auch Menschen weinen sehen. Eigentlich kann man es gar nicht fassen, dass all das was man im Fernsehen gesehen hat, wirklich passiert ist. 



Nach der Führung sind wir zur Promenade gegangen. Dort konnten wir den wunderschönen Sonnenuntergang genießen. Man hört 

dort kein Straßenlärm und keine Sirenen. Echt entspannend. Viele Leute gehen dort joggen, mit ihren Hunden raus oder skaten. 
Zum Abendessen gingen wir zu McDonalds. Weil wir schon ziemlich müde waren, nahmen wir uns ein Taxi. Alex half mir beim Einsteigen und legte kurz unseren Reiseführer aufs Autodach. Leider nahm er ihn danach nicht wieder runter und somit genoss der Lonely Planet eine Spritztour durch Manhattan. Zum Glück fiel er kurz nachdem wir losfuhren herunter und wir konnten ihn nach einer Ehrenrunde um den Block heil und sauber wieder einsammeln.
Ein weiteres Highlight spät am Abend war der Spaziergang auf der Brooklyn Bridge. Von dort ist die Aussicht auf New York einfach einzigartig. Ganz nach Brooklyn haben wir es allerdings nicht geschafft. Kurz nach Mitternacht kamen wir zu unserem wohlverdienten Schlaf. 



15.03.2012

Am 15.03.2012 fuhren wir erneut zum Madison Square Garden. Wir wollten uns doch noch die Eishockey Tickets holen, die uns gestern angeboten wurden. Diese bekamen wir dann allerdings erst beim Times Square und auch nur zu einem Preis, der einem die Schuhe auszieht. Aber was solls, man ist ja nicht jeden Tag in NYC und außerdem muss man sich auch mal was gönnen. 
 
Nachdem das Kulturprogramm für den Abend gesichert war, war es Zeit für ein schönes Frühstück. Ich entschied mich für einen Bagel mit Erdbeermarmelade. Leider hatte ich den Verkäufer nicht richtig verstanden. Ich hatte ausversehen einen Bagel mit Zwiebelfüllung gewählt und dazu Marmelade. Lecker ist anders. Die Banane für einen Dollar das Stück hat es aber wieder rausgerissen. Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg zur High Line





Das ist eine bepflanzte, ehemalige Hochbahntrasse. Von dort aus kann man den Hudson River sehen. Wir sind ein bisschen spazieren gegangen aber so spektakulär war es dann doch nicht.
Weil ich ein großer Basketballfan bin, fuhren wir zum NBAStore in der 5th Avenue. Dort gab es alles was das Herz eines Basketballers begehrt. Wir hatten Glück und es gab einen Ausverkauf an T-Shirts. Wir wurden beide fündig. Alex bei den Erwachsenen und ich bei den Sachen für die Kinder. Für den NBA Shop hatten wir eine dieser Karten für ein kleines Geschenk, dass man bekommt, wenn man zu einem bestimmten Preis einkauft. Es waren aber leider keine Geschenke mehr vorhanden.
In einem großen Souvenierladen kauften wir Mitbringsel für die Lieben zu Hause und für uns selbst. Dann mussten wir uns auch schon sputen. 

Wir fuhren zurück zum Hotel, um uns kurz auszuruhen und etwas zu essen. Danach ging es zum Madison Square Garden, zum Eishockeyspiel der
New York Rangers gegen die Pittsburg Penguins. Die Stimmung war fantastisch. Leider haben die Rangers 2:5 verloren. Der Abend war trotzdem toll. Wer kann schon von sich behaupten, das erste sportliche Ereignis im Madison Square Garden erlebt zu haben. Nach dem Spiel fuhren wir zurück zum Hotel. Unsere letzte Nacht in NYC. 

16.02.2012

Am Morgen des 16.02.2012 regnete es ununterbrochen. Nach dem Frühstück holten wir unsere Koffer aus dem Hotel und fuhren mit einem Taxi nach Newark. Die Fahr dauerte ca. eine Stunde und kostete zwischen 60 und 70 Dollar. Wir holten dort unseren Leihwagen bei der Autovermietung National ab. Nun ging unser Abendteuer erst richtig los. Weil Alex sich im Vorfeld vorbildlich über alles informiert hatte, wusste er, dass sich in der Nähe eine Outletmall befindet. Es dauerte zwar ein bisschen bis wir dort ankamen, aber es hatte sich gelohnt. Die Preise waren wirklich unschlagbar. Viele bekannte Marken hatten dort ihre Läden. Aus Angst, nicht genug Geld für den Rest der Reise zu haben, hielt ich mich beim Einkaufen eher zurück. Was ich natürlich heute total bereue. Am frühen Abend fuhren wir Richtung Küste. Das war am Anfang ziemlich gefährlich, denn Alex ist vorher noch nie in Amerika Auto gefahren. Mit den Verkehrsregeln mussten wir uns erst noch ein bisschen vertraut machen. Nach einer Ewigkeit fanden wir ein Zimmer im Holiday Inn in Red Bank. Die Zimmer sind toll und der Service ist gut. Der Preis war aber ziemlich hoch für unser Budget. Ein Zimmer in dieser Preisklasse konnten wir uns nicht oft leisten.
An diesem Abend gingen wir erst sehr spät ins Bett. Ich hatte Sehnsucht nach meiner Familie und mir fehlte New York. Trotzdem freute ich mich auf die weitere Reise. 

17.03.2012

Red Bank ist ein wirklich schöner Ort. Dort haben wir in einer Kneipe Mittag gegessen. Die Stimmung war ganz ausgelassen, denn es war St. Patricks Day. Alles war grün geschmückt und 2 Frauen spielten Dudelsack. Schon Stars wie Bon Jovie haben hier gegessen.

Später fuhren wir nach Seaside Heights. Das ist eine Stadt die im Winter fast menschenleer ist. Fast wie eine Geisterstadt. Mit den Hotels hatten wir am Anfang wenig Glück. Meistens war das Bad zu klein. Zum Glück wurden wir dann doch noch fündig und verbrachten die Nacht im Windjammer. Nach einem Spaziergang an der Promenade gab es was zu Essen in einem Imbiss.
Ich glaube das war der einzige Laden, der dort noch offen war. Irgendwie machte mir die ganze Umgebung ein bisschen Angst. Als Alex dann ganz alleine am Wasser spazieren gehen wollte, wurde meine Angst noch schlimmer. Ich war so froh als er wiederkam.
     
18.03.2012

Am nächsten Tag, dem 18. März 2012, frühstückten wir in einer kleinen Gaststätte. Dort waren schon ziemlich früh am morgen viele Leute. Wir wurden sehr nett begrüßt und kamen gleich mit Anderen ins Gespräch. Als dann im Radio das Lied "Country Roads" gespielt wurde, sangen alle laut mit. Wir auch.
Bevor wir uns auf den Weg in Richtung Washington DC. machten, fuhren wir durch den IslandBeach State Park. Das ist ein wunderschöner Nationalpark. Man kann hier auch baden gehen. Es gibt einen Strandabschnitt extra für Rollstuhlfahrer. Dort befindet sich ein großes behindertengerechtes Haus in dem man auch schlafen kann. Jedenfalls hat uns das der Aufseher dort erzählt. Weil wir außerhalb der Saison dort waren, konnten wir uns nicht selber davon überzeugen.
An einem großen Parkplatz sind wir ausgestiegen. Alex hat mich dann die Dünen hochgetragen. Von dort hatte ich einen ganz tollen Ausblick auf den Strand und den Atlantik. Alex hat einen kurzen Spaziergang am Strand gemacht und ich habe die Sonne genossen. Als er wiederkam, hatte er mir viele schöne Muscheln mitgebracht. 





Am frühen Nachmittag fuhren wir nach Washington. Auf dem Weg dorthin sind wir an Baltimore vorbeigefahren. Dort gibt es die „
JohnHopkins University". Dort arbeiten einige der besten Ärzte der Welt.



Blick auf Baltimor

Abends kamen wir endlich in Washington an. Wir hatten uns auf der Suche nach einem Hotel dauernd verfahren. Deswegen mussten wir dort auch das aller erste mal tanken. Das war gar nicht so einfach. Man muss nämlich erst das Benzin bezahlen bevor man es tankt. Ganz anders als bei uns in Deutschland und irgendwie komplizierter. Später am Abend hatten wir es geschafft in die Innenstadt von Washington zu fahren. Da haben wir dann auch das erste Mal den Kongress gesehen. Er sah toll aus, denn es war schon dunkel und das Gebäude wurde mit Scheinwerfern angestrahlt. 


Da wir kein Hotel finden konnten, mussten wir weiter nach Virginia fahren. Zum Glück wurden wir dort fündig. Wir haben im Inn of Rosslyn ein tolles Zimmer zu einem wirklich guten Preis bekommen. Wenn man Geld sparen möchte,
 dann ist es eine gute Alternative in Virginia zu bleiben und mit dem Taxi nach Washington zu fahren. Man muss zwar Geld für ein Taxi ausgeben, aber das ist nicht so viel. Meiner Meinung nach waren das um die 20 Dollar. Dafür braucht man sich dann keine Sorgen um einen Parkplatz in der Innenstadt machen.
Wir haben noch etwas gegessen, den Film "Trennung mit Hindernissen" geguckt und sind dann schlafen gegangen.

19.03.2012

Weil uns das Hotel so gut gefiel, verlängerten wir unseren Aufenthalt dort um eine weitere Nacht. Danach machten wir uns mit dem Taxi auf den Weg nach Washington. Der Fahrer hat uns in der Nähe der National Mall abgesetzt. Das ist ein riesengroßer Park. Hier gibt es viele Museen und Sehenswürdigkeiten. Es war unglaublich warm und das schon im März. 
Nach einem Frühstück im Freien starteten wir unsere Tour beim Lincoln Memorial. 





Von dort aus konnte man auch das Washington Monument und den Reflecting Pool sehen. Leider befand sich in diesem, aus baulichen Gründen, kein Wasser. 



Im Park gab es auch viele Kirschbäume die gerade blühten. Das ist immer eine ganz besondere Zeit,  in der sich sehr viele Touristen in der Stadt befinden. Weiter ging es zur Gedenkstätte von Franklin D. Roosevelt, dem 32. Präsidenten der USA. Diese ist ziemlich groß. Unter anderem gibt es kleine Wasserfälle und eine Statue von seiner Frau. Danach waren wir beim Denkmal für Martin Luther King. Er war in einen risengroßen weißen Stein gemeißelt. Es gab dort eine Art Bassin um das man herumgehen konnte. Am Rand standen überall Kirschbäume. Die weißen Blüten sahen toll aus und es duftete so gut. 

 

Dann kamen wir zum Thomas Jefferson Memorial. Eine Gedenkstätte für den 3. Präsidenten der USA. 




Auf dem Weg zum
Weißen Haus besuchten wir das Holocaust Museum. Dort wurden wir als erstes von Sicherheitsleuten nach gefährlichen Gegenständen durchsucht. Ich musste sogar ein Schluck von meinem Wasser trinken, als Beweis dafür, dass es harmlos war.
Das Museum hat uns sehr gefallen. Alles war anschaulich dargestellt und für Rollstuhlfahrer zugänglich. Es gab sogar eine Nachbildung eines Hauses,  in dem ein kleiner Junge zur Zeit des 2. Weltkrieges mit seiner Familie gewohnt hat. Man konnte durch die einzelnen Räume gehen und die Geschichte der Familie erleben. Diesen Jungen gab es wirklich. Man konnte anhand seiner Tagebücher nachstellen, wie es damals war. Das hat mich traurig gemacht. Als Deutscher fühlt man sich in so einem Museum immer irgendwie unwohl. Jedenfalls ging es mir so. Ich habe mich kaum getraut Deutsch zu sprechen, weil Deutsche ja immer mit dem 2. Weltkrieg in Verbindung gebracht werden. Nach unserem Museumsbesuch wollten wir eigentlich zum Weißen Haus.Weil ich den Stadtplan wieder einmal falsch gelesen hatte, hinderte uns eine Straßensperre daran. Überall standen Polizisten und der Secret Service. Ich fragte eine ältere Dame, ob sie weiß was los sei. Sie sagte, dass es eigentlich nur zu solchen Situationen kommt, wenn der Präsident in der Nähe ist. Geil dachte ich. Was für ein perfekter Tag. Nach kurzer Zeit mussten wir die Straßenseite wechseln. Die Polizisten passten auf, dass auch ja niemand zu nah an der Straße stand. Ich hatte Glück. Als Rollifahrer kann man sich ja immer ein bisschen weiter nach vorne stellen. Alex hatte auch eine gute Sicht auf die Straße und hielt die Kamera bereit. Nach langem Warten fuhr plötzlich die Polizei und der Präsident mit seinen Leuten vorbei. Ich glaube das waren mehr als 10 Autos. Alex konnte ein gutes Video machen und wir glauben, dass wir sogar den Präsidenten ganz ganz kurz darin gesehen haben. Als sich die Straßensperre aufgelöst hatte, durften wir weiter gehen. Beim Weißen Haus  mussten wir dann allerdings wieder die Straßenseite wechseln, denn Mister President wollte wieder nach Hause. Alle hörten auf die Polizisten, außer ein Eichhörnchen. Es setzte sich Mitten auf die Straße und blieb von der ganzen Situation unbeeindruckt. Unseren Abend ließen wir in einem tollen Restaurant ausklingen. Wir haben dort Hummus, Hähnchen und andere Sachen gegessen. Es war sooo lecker. Danach fuhren wir mit dem Taxi zurück ins Hotel. 

Wir waren übrigens auch in den National Archives. Dort kann man unter anderem auch die Unabhängigkeitserklärung ansehen. Leider darf man dort nicht fotografieren. Beeindruckend war es trotzdem.




20.03.2012

Eigentlich wollten wir unseren Aufenthalt um eine weitere Nacht verlängern aber wir mussten leider auschecken. Wir fuhren nach Georgetown um dort zu frühstücken. Nach einer kleinen Shopping- und Museumstour fuhren wir durch Nordvirginia nach Front Royal. Dort haben wir uns ein Hotel gesucht, Abendbrot gegessen und geschlafen.

21.03.2012

Nach dem Frühstück (es gab einen Chickenburger morgens um 10 Uhr) fuhren wir durch den Shenandoah National Park nach Waynesboro. 

Dauernd ging es auf und ab und es kam eine Kurve nach der anderen. Mein armer Magen fand das gar nicht toll. Zum Glück kam es nicht zum äußersten. Nach einem kurzen Stop und frischer Luft ging es mir besser. Wir fuhren zu Target und suchten uns dann ein Hotel für die Nacht. Abends checkten wir im Days Inn ein. Ich hatte mich immer noch nicht vollständig von der Fahrt erholt. Im Fernsehen lief ein Eishockeyspiel das die Rangers 2:1 gegen die Giants gewannen. Danach haben wir noch einen Film geguckt und sind dann eingeschlafen. 

22.03.2012

Am 22.03.2012 gab es zum ersten Mal Frühstück im Hotel. Das war sogar inklusive. Auf dem Blue Ridge Parkway, einen sogenannten Scenic Byway, fuhren wir nach Roanoke. Auf dem Weg dorthin haben wir sehr viele Tiere und Berge gesehen.. Wir konnten viele schöne Ausblicke genießen. Abends haben wir uns wieder ein Hotel gesucht. Das Abendessen gab es dieses Mal von McDonalds. 
Satt und müde ging es dann ab ins Bettchen. 



23.03.2012
Unser Frühstück haben wir uns bei Walmart gekauft und sind dann weiter auf dem Blue Ridge Parkway nach Süden gefahren. Am Mittag fuhren wir dann über die Grenze nach North Carolina. 



Eigentlich hatten wir vor nach Lenoir zu fahren. Weil ich kein guter Kartenleser bin, sind wir dort nie angekommen. Wir sind dann einfach nach Boone gefahren. Das war ein riesengroßer Umweg aber immerhin hatten wir ein schönes Hotel. An diesem Abend haben wir uns ein richig schönes Essen im Steakhouse „
The Peddler“ gegönnt. Danach sind wir wieder ins Hotel gefahren, haben ein bisschen Fern gesehen und sind dann schlafen gegangen.


24.03.2012

Morgens gab es wieder Frühstück im Hotel. Danach sind wir zu Walmart gefahren um uns neue Speicherkarten für die Kameras zu kaufen. Die gibt es dort echt günstig. 2 Karten mit 2GB zu 11 Dollar. Später sind wir auf dem Blue Ridge Parkway zum Mount Mitchell gefahren. Er ist 2037 Meter hoch und der höchste Berg der Appalachen. Dort oben haben wir sogar jemanden aus Deutschland getroffen.



  


Das Wetter war ziemlich chaotisch. Zuerst hat es nur geregnet, dann gehagelt und geschneit. Ein weiterer, ziemlich hoher Berg der Appalachen ist Grandfather Mountain. Wir hatten leider nicht die Gelegenheit ihn uns genauer anzusehen. Ich glaube aber, dass die Aussicht, die man von dort hat, nicht viel anders ist, als vom Mount Mitchell.



Am frühen Abend sind wir in Asheville angekommen. Nach längerer Suche fanden wir ein Zimmer in der Econolodge. Nach dem Essen haben wir noch ein bisschen Fern gesehen und dann geschlafen. Ich konnte kaum schlafen weil es so kalt war im Zimmer.

25.03.2012

Am nächsten Tag, dem 25.03.2012 gab es Frühstück im Hotel. Die Auswahl war leider nicht ganz so groß. Dann fuhren wir ins Zentrum von Asheville. Die Stadt ist wirklich toll. Es gibt viele Hippies, bunte Häuser und viele Läden. Durch Zufall haben wir das Cafe "Battlecat" gefunden. Dort haben wir sehr leckere Bagels gegessen und heiße Schokolade getrunken. Mir hat die Einrichtung des Hauses sehr gefallen. Es war gemütlich und man konnte sich gut mit anderen Leuten unterhalten.



Weil uns die Häuser so gut gefielen, drehten wir eine Runde durch die Stadt. Wir kamen auch an einem außergewöhnlichen Garten vorbei. Dort hatte jemand Bäume mit bunten Flaschen geschmückt und viele andere Kunstgegenstände aufgestellt. Man durfte sogar hinein gehen und sich alles ansehen. Nach der Rundfahrt fuhren wir zu einer Mall um einzukaufen. Danach nahmen wir uns ein Zimmer im Days Inn für 54 Dollar pro Nacht mit Frühstück. Zum Abendbrot gab es Essen von McDonalds.





26.03.2012

An diesem Morgen wollten wir nach dem Frühstück eigentlich weiter auf dem Blue Ridge Parkway fahren, aber der war leider gesperrt. Wir suchten uns einen anderen Weg und kamen dabei an zwei tollen Wasserfällen vorbei. Zum einen beim Looking Glass Fall und zum anderen beim White Waterfall. Sie waren beide sehr beeindruckend. Ich habe noch nie einen so großen Wasserfall gesehen. Wir mussten erst einen ziemlich steilen Berg hochgehen bevor wir ihn sehen konnten, aber das hat sich gelohnt. Oben haben wir dann sogar Leute aus Deutschland getroffen. 


White Waterfall
Looking Glass Fall

 Dann sind wir weitergefahren und haben bei Sliding Rock angehalten. Das ist sowas wie eine Wasserrutsche aus Stein. Es war so heiß dort. Das Wasser wäre bestimmt eine schöne Abkühlung gewesen. 




Am Nachmittag sind wir weiter Richtung Atlanta gefahren. Irgendwann haben wir dann die Grenze nach Georgia überquert. Wir haben viele schöne Häuser gesehen. Sie hatten diesen typischen Südstaatenstil. In einer Stadt deren Namen ich mir leider nicht gemerkt habe, haben wir angehalten. Alex hat ein paar Fotos von wunderschönen Häusern gemacht. Ich hatte die ganze Zeit Angst, dass sich einer der Bewohner dadurch bedroht fühlt und sich verteidigt. Zum Glück ist nichts passiert.
Wir haben eigentlich damit gerechnet nur die Skyline von Atlanta zu sehen. Was wir nicht erwartete hatten war, dass wir fast durchs Zentrum gefahren sind. Wir waren total begeistert. Es war fast wie New York. Weil es schon ziemlich spät war, haben wir in Columbus Halt gemacht und uns ein Hotelzimmer gesucht. Die Nacht war gut, aber als ich morgens aufwachte, fand ich eine Kakerlake auf meiner Decke. Ich glaube so schnell bin ich noch nie aus dem Bett gekommen.

27.03.2012

Am 27.03.2012 sind wir relativ früh aufgestanden und haben gefrühstückt. Dann sind wir weiter Richtung Süden gefahren. Wir wollten endlich wieder an die Küste. Es hat ewig gedauert bis wir die richtige Straße nach Panama City gefunden hatten. Je näher wir der Küste kamen desto heißer wurde es. Wir brauchten eine Pause und etwas zu Essen. In einem Restaurant haben wir gut gegessen und kamen mit Einheimischen ins Gespräch. Wir wollten wissen wohin man fahren kann, wenn man nicht unbedingt in einem Ort sein will, wo es sehr viele Touristen gibt. Sie empfahlen uns Mexico Beach. Am Nachmittag fuhren wir über die Grenze nach Florida und erreichten am frühen Abend unser Ziel. 





Unser Hotel (
El Governor Motel) war toll. Wir hatten ein Zimmer mit zwei großen Betten, einer kleinen Küche, einem Bad und einem Balkon mit Meerblick. Das alles bekamen wir für 100 Dollar pro Nacht. Nachdem wir unsere Sachen ins Zimmer gebracht hatten, gingen wir spazieren. 
Blick vom Balkon auf den Golf von Mexico und den wunderschönen Sandstrand

Wir besuchten das berühmte Restaurant
Toucans und saßen später auf dem Balkon und erzählten. 




 In der Nacht konnten wir mit offener Balkontür schlafen und die Wellen rauschen hören.
  
28.03.2012

Nachdem wir ausgeschlafen hatten, machte Alex sich auf den Weg um uns Frühstück zu holen. Da wir unsere eigene kleine Küche hatten, konnten wir uns selbst versorgen. 
Bevor wir zum Strand fuhren, haben wir uns noch eine Taucherbrille und Sonnencreme zugelegt. 
Zum Baden sind wir in den St. Joseph Peninsula State Park gefahren. Das ist ein toller Nationalpark. Man muss zwar Eintritt bezahlen, aber dafür bekommt man saubere und gepflegte Strände.
Der Sand war so weiß und weich. Das Wasser war warm und salzig. Alex trug mich ins Wasser und hielt mich fest, damit ich nicht untergehe. Wir haben in der Sonne gelegen und die Ruhe genossen.





Weil sich der Nationalpark auf einer Art Landzunge befindet, gibt es auf der einen Seite den Golf vom Mexico und auf der anderen die St. Joseph Bay. Das Wasser ist hier noch wärmer. Man kann schnorcheln gehen oder Pelikane beobachten.



St. Joseph Bay
St. Joseph Bay
Abends haben wir Vögel beobachtet und uns etwas zu Essen von McDonalds geholt. Wir waren noch einmal einkaufen und sind dann ins Hotel gefahren. Ich war so müde und konnte es kaum erwarten ins Bett zu gehen.

29.03.2012

Zum Frühstück gab es Toast mit Philadelphia. Danach gingen wir an den Strand vor unserem Hotel. Es war so heiß. Das Wasser konnte uns kaum abkühlen. Als wir genug hatten, gingen wir wieder ins Hotel zurück. Wir verbrachten den Nachmittag auf dem Balkon. 





Abends haben wir uns kleine Souveniers gekauft und dann hat Alex Abendbrot gemacht. Bevor wir ins Bett gegangen sind  haben wir uns unterhalten und Fern gesehen. Unsere letzte Nacht in Florida. Ich habe meine Haare während der Tage in Florida kaum trocknen können. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit hatte man immer das Gefühl, dass Haare und Klamotten ständig feucht waren. Ein eher unangnehmes Gefühl. Es hat mich auch genervt, dass ich dauernd Sand in meinem Bett hatte.Ein Leben in diesem Bundesstaat könnte ich mir nicht vorstellen.

30.03.2012

Am 30.03.2012 sind wir früh aufgestanden und haben uns Toast zum Frühstück gemacht. Dann haben wir unsere Sachen gepackt, aus dem Hotel ausgecheckt und sind dann losgefahren nach New Orleans.
 Auf dem Weg dorthin sind wir an der Küste langgefahren und haben dann einen Abstecher nach DauphinIsland gemacht. Dort war es zwar ganz schön, aber man kann sich den Besuch auch sparen. Das Essen war aber ziemlich gut.
Abends sind wir dann nach ca. 3 Stunden Fahrt in New Orleans angekommen. Es war schon dunkel und es hat geregnet. Wir haben uns ganz oft verfahren und ewig kein Hotel gefunden. Die Stadt war voll mit Basketballfans, denn das Finale der College Basketball Meisterschaft fand im Superdome statt. Erst nach Mitternacht konnten wir unser Zimmer im Texas Hotel beziehen. Es kostete 60 Dollar pro Nacht und war eigentlich das schlimmste Zimmer, in dem wir wohnen durften. Das Bad war sehr gewöhnungsbedürftig und es gab keine Fenster. Zum Glück hatten wir eine Klimaanlage. Die Gegend war ganz ok aber Angst hatte ich trotzdem.

31.03.2012

Am 31.03.2012 sind wir wieder früh aufgestanden und haben unser Auto ausgeräumt. In der ganzen Zeit hatten sich viele Landkarten und Prospekte angesammelt. Zum Frühstück fuhren wir zu Popeyes. Ich habe wie immer Hähnchen Nuggets gegessen. Danach haben wir unser Auto weggebracht. Es war schon komisch es abzugeben, nach all den Sachen, die wir erlebt haben.
Mit dem Taxi sind wir dann zum Aquarium gefahren. Es war so voll in der Stadt und in der Sonne unerträglich heiß. Ich war vorher noch nie in einem so großen Aquarium. Dort gab es sogar Haie und eine Anakonda. Das ist eine riesengroße Würgeschlange. Ich kam mit meinem Rolli ganz gut zurecht. Ab und zu wurde es aber ein bisschen eng. Danach sind wir ins French Quarter gegangen. Wir haben viele Künstler und Musiker gesehen. Außerdem gab es viele Läden, Restaurants und Bars und Kutschen, mit denen Touristen durch die Stadt gefahren wurden. Am späten Nachmittag gingen wir essen. Weil es so warm war, konnte ich nur einen Salat essen.
Später besuchten wir den French Market und den Jackson Square. Viele Maler stellten dort ihre Bilder aus oder waren dabei neue zu malen.
Bevor wir zurück zum Hotel fuhren, gingen wir in den Louis Armstrong Park.


Der Tag war so schön aber auch sehr anstrengend. Ich war froh als ich in meinem Bettchen lag.

01.04.2012

An unserem vorletzten Tag in Amerika machten wir uns wieder früh auf den Weg in die Stadt. Eigentlich wollten wir uns das KK Project ansehen, aber leider lag dies in einem Stadtteil der nicht ganz ungefährlich war. Der Taxifahrer riet uns von einem Besuch ab. Frühstück gab es in einem Cafe in der Nähe. Wir haben selten ein so tolles Frühstück gehabt. 


Hier haben wir gefrühstückt
eine alte Tankstelle, in einem vom Hurrican verwüsteten Stadtteil
Danach fuhren wir zum French Quarter und gingen zum French Market um Souvenirs zu kaufen. Fündig würde ich aber erst beim Jackson Square. Ich fand dort ein Bild von einem Trompeter. Es wurde auf eine alte Schieferplatte gemalt. Es gefiel mir so sehr, dass ich es unbedingt haben musste. Auch Alex kaufte ein Paar Bilder.

Mit der Fähre fuhren wir dann nach Algier. Wir waren begeistert von den schönen Häusern die es dort gab. Leider gab es auch sehr viele Mücken.

 
 


Blick auf New Orleans von Algier 




































Am Nachmittag wollten wir uns einen Friedhof ansehen, leider war der geschlossen. Weil New Orleans unterhalb des Meeresspiegels liegt, kommt es ab und zu zu überschwemmungen. Aus Angst, die Toten könnten Schaden nehmen durch eine Überschwemmung, hat man den Friedhof so gebaut.





Auf dem Weg dorthin gingen wir durch das älteste afroamerikanische Viertel. Außerdem waren wir noch im
Harrahs Casino. Es war riesengroß und voller Menschen. Wir haben es uns aber nur angeguckt. Wir hatten nämlich beide schon fast die Grenze unseres Budgets erreicht.

Am frühen Abend machten wir uns auf die Suche nach einem Restaurant. Es war gar nicht so leicht etwas zu finden, weil so viele Menschen auf den Straßen waren. Irgendwann hatten wir dann doch noch Glück und ergatterten einen kleinen Tisch für 2 Personen in einem sehr gemütlichen Restaurant. Die Vorräte der netten Besitzerin waren zwar schon fast aufgebraucht, aber sie zauberte uns trotzdem ein leckeres Essen. Um unseren letzten Urlaubstag ausklingen zu lassen, hatten wir uns vorgenommen in eine Bar mit Life Musik zu gehen und einen Cocktail zu trinken. Musik gab es an jeder Ecke aber irgendwie nichts was uns gefiel. Wir sind dann noch ein bisschen durch die Straßen gelaufen und dann mit dem Taxi zurück zum Hotel gefahren.
Dort haben wir unsere Koffer gepackt. Das war recht lustig. Wir haben über unserer Erlebnisse gesprochen und versucht unsere Sachen in die Koffer zu quetschen. Zum Glück habe ich mich beim Shoppen zurückgehalten. Danach genossen wir unserer letzte Nacht in den USA.

02.04.2012

Am 02.04.2012 mussten wir früh aufstehen und auschecken. Mit dem Taxi fuhren wir zum Flughafen. Dort haben wir dann gefrühstückt. Es gab Bagels mit Philadelphia und Marmelade. Danach haben wir unsere Koffer aufgegeben und unsere Boardkarten abgeholt. Dann mussten wir durch die Sicherheitskontrolle. Mein Rollstuhl wird auch immer durchsucht. Meistens wird auch ein Drogentest gemacht. Es lief aber alles gut. Nach einem turbulenten Flug kamen wir in Washington an. Dieser Flughafen ist unglaublich groß und echt kompliziert. Wir mussten unser Gate ganz alleine finden. Zuerst mussten wir ganz nach unten fahren und dann in einem Zug zum anderen Terminal. Da gab es dann noch einen Bus,  mit dem wir über einen Teil des Flughafens fahren mussten. Weil mehrere Deutsche den gleichen Flug hatten wie wir, konnten wir uns gegenseitig helfen. Ich war so froh als wir endlich unser Gate gefunden hatten und auch noch in der Zeit waren.
Die Zeit bis zum Abflug nutzten wir um letzte Souvenirs zu kaufen. Dann mussten wir auch schon ins Flugzeug. Eigentlich wollte ich vor dem Flug noch die Behindertentoilette benutzen aber das war leider nicht möglich. Zum einen konnte man die Tür nicht abschließen und zum anderen befanden sich gleich hinter der Toilette mehrere Abflussrohre. Wenn man sich zum Kathetern zurücklegen muss, dann tut das ganz schön weh. Ich wollte es trotzdem versuchen. Als dann zwei junge Frauen hereinkommen wollten, weil sie dachten es wäre nicht besetzt, musste ich dann doch aufgeben. Es ist schon sehr unangenehm wenn man einen ca. 9 bis 10 Stunden langen Flug antreten muss und vorher nicht auf die Toilette kann. Wir informierten das Flugpersonal über mein Problem und sie erklärten sich sofort bereit mir im Notfall zu helfen. Sie erkundigten sich während des Fluges immer wieder ob es mir gut geht und ich auch genug trinke. Das fand ich sehr nett und hat mir ein sicheres Gefühl gegeben. Zum Glück habe ich bis Frankfurt durchgehalten.

03.04.2012

Um kurz nach 8 Uhr morgens sind wir gut in Frankfurt gelandet. Weil wir Verspätung hatten, musste unser Flug nach Berlin um 2 Stunden verschoben werden. Das hat mir sehr gut gepasst, denn ich konnte mich noch kurz in einem der Ruheräume entspannen. Um ca. 12 Uhr mittags sind wir in Berlin Tegel gelandet. Beim Abholen unserer Koffer trafen wir auf Franziska von Almsick. War schon cool sie mal so aus der Nähe zu sehen. Ich hab sie aber nicht angesprochen. Ich wollte nicht, dass sie böse auf mich ist, wenn ich mir ein Autogramm hole und dann alle anderen Leute auch eins wollen. Ich weiß ja nicht ob sie das so toll findet, wenn 100 Menschen auf einmal ne Unterschrift fordern.
Um nach Hause zu kommen mussten wir das Auto von Alex bei seinen Freunden abholen. Mit ihnen haben wir uns im Kaffee ein bisschen vom langen Flug erholt und schon erste Eindrücke von unserer Reise geschildert.
Als wir um 19 Uhr zu Hause ankamen, wartete Mutti schon sehnsüchtig auf uns. Zusammen haben wir Abendbrot gegessen und von unserer Reise erzählt.
Es waren wirklich 3 wunderschöne Wochen, aber ich war auch froh wieder bei meiner Familie zu sein.




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Reiseplanung und Vorbereitung

Reiseplanung und Vorbereitung   Bevor man den Flug bucht sollte man sich genau entscheiden, wohin man fliegt und von welchem Ort man wann wieder nach Hause fliegt. Man sollte außerdem gucken ob die geplante Strecke auch wirklich in der Zeit zu schaffen ist, die man zur Verfügung hat. Nicht das man total gestresst aus dem Urlaub wieder kommt. Außerdem muss man über einen gültigen Reisepass verfügen. Der Flug Unseren Flug haben wir am 16. Januar gebucht. Wir haben schon am Vormittag begonnen günstige Angebote zu suchen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Flüge am späten Abend immer am billigsten waren. Wir hatten Glück und konnten ca. 300 Euro sparen. Gabelflüge sind manchmal etwas teurer aber unser Flug hat nur um die 550 Euro gekostet.  Medikamente und Hilfsmittel   Um die Reise auch genießen zu können und den Flug heil zu überstehen, ist es wichtig, dass man in einer guten körperlichen Verfassung ist. Lieber noch einmal den Arzt konsul...

How I became paralyzed

My name is Maria and I live in Germany. In 2002, when I was 15 years old, I got paralyzed from chest down. I didn´t have an accident or anything like that. A cavernoma in my back ruptured and caused a bleeding. That was very very painful and it destroyed the nerves in my spine. If you have any questions about me and my life, just ask. I don´t have a problem with that. I want to show that life is not over when you can´t walk anymore. I love my life. It´s hard sometimes but I´m still here and I´ll make the best of it. God still has plans for me and I´m looking forward to everything that is going to happen. Last but not least I want to say that my english is not perfect. I make a lot of mistakes. I apologize in advance :) Meine Geschichte Ich heiße Maria und komme aus Deutschland. Im Jahr 2002, als ich 15 Jahre alt war änderte sich mein Leben von einer Sekunde auf die andere. Plötzlich war ich Querschnittgelähmt. Ich hatte keinen Unfall. Ein Kavernom, eine Gefäßmissb...